Rothschild, Morris, Bansky

Smarte Engländer

Der eine ist ein echter Umwelt-Popstar. Der Zweite erfindet den britischen Humor gerade neu, und Nummer drei trifft mit seiner Street-Art mitten ins Herz. Ladys, gestatten: Diese Herren sind very british und very hot!

David de Rothschild

David de Rothschild
Umweltschützer – und Multimillionär

Wenn er wollte, könnte er sieben Tage in der Woche auf dem dicksten Ast seines Stammbaums in der Sonne sitzen und Sohn sein. Möchte der jüngste Spross einer der reichsten Bankiersdynastien der Erde aber nicht. Denn die Umwelt braucht seine Hilfe. Und statt sich nun schlecht angezogen an Regenwaldbäume zu ketten, stellt der 32-jährige Brite seine Sache etwas smarter an. Er marschiert zu Fuß durchs ewige Eis und lässt sich im Internet dabei zu - sehen. Er segelt mit einem Schiff aus 12.500 recycelten PET-Flaschen von San Francisco nach Sydney, um auf den Plastikmüll in den Weltmeeren aufmerksam zu machen. David schickt Podcasts und Internetvideos von seinen Reisen, bloggt und twittert. Als er nach 128 Tagen in Sydney einläuft, erwarten ihn fünf Nachrichtenhelikopter und ungezählte Boote mit Journalisten aus aller Welt. Er spricht als Erstes mit den Reporterinnen von „Vogue“ und „GQ“. Und ich denke zum ersten Mal: So sehen Umweltaktionen aus, wenn einer Stil hat.

David de Rothschild
David de Rothschild ist wohl der britische Umwelt-Popstar. Schon korrekt, aber nie verbohrt. Durch und durch Aristokrat – aber sooo lässig dabei. Wenn er von seinen Expeditionen erzählt, schaut man in seine begeisterten Augen und auf die limitierte IWC am Handgelenk. Aber man hört schon mal genauer hin, wie das so ist mit dem Müllproblem der Welt. Bislang hatte ich bei Umweltaktivisten immer ein bisschen Angst vor Krabbeltieren im Bart und atemnehmenden Körperdüften. David de Rothschild, glaube ich, hat auch nach 128 Tagen auf dem offenen Ozean noch ziemlich lecker gerochen. Und könnte bestimmt auf einem Boot aus Plastikflaschen mitten im Pazifik eine Glasflasche kalten Schampus herzaubern. Mit so einem ist die Welt ja vielleicht noch zu retten …