Vitamin B und Kontakte nutzen

Networking im Job

Ob über die beste Freundin, Facebook oder Xing – ohne gute Beziehungen im Job läuft nicht viel. Tolle Sache oder fieser Klüngel? Hier sind zwei sehr unterschiedliche Meinungen zum Thema Kontakte…

PRO

»Werden Sie persönlich!«

Alexandra-Kahtarina Kütemeyer

Alexandra-Kahtarina Kütemeyer

 ALEXANDRA-KATHARINA KÜTEMEYER ist bei PETRA vor allem für Karriere-Themen zuständig. Mit Vitamin B kennt sie sich bestens aus – auch aus eigener Erfahrung. Und die hat sie gelehrt, dass es gewisser Intimität bedarf

Wissen Sie, warum viele Vitamin B verurteilen? Aufgrund schlechter Erfahrungen, falsch verstandener Moral oder übertriebener Erwartungen. So gesehen verhält es sich wie in einer Partnerschaft: einmal erlebt, für immer geprägt. Dabei gehört es längst zum professionellen Standard, Netzwerke beruflich zu nutzen – man muss nur einmal verstanden haben, wie es richtig läuft! Deshalb plädiere ich für einen Beziehungsratgeber. Und zwar für den Job. Das wäre nicht nur eine echte Innovation, sondern echt wichtig. Schließlich steht das große B für… genau! Ja, und Beziehungen sind nun mal zu pflegen. Viele jedoch verwechseln noch immer Quantität mit Qualität – und haben somit gar keine Chance dazu. Denn wenn wahllos Kontakte angehäuft werden, weiß letztlich keiner mehr, wer wer, wie und wo eigentlich ist. Dadurch aber verliert eine Verbindung den Großteil ihrer Bedeutung. Auch, weil eine professionelle Beziehung so wechselseitig ist wie die Liebe – was nicht heißt, dass jeder Tipp oder Gefallen vergolten wird. Vielmehr etabliert sich ein Trend zur Wertigkeit: Was kann ich meinen Kontakten bieten, jetzt oder später, Know-how oder Verbindungen, Referenzen oder schlicht Sympathie.

Dank dessen werden selbst schwache Kontakte persönlicher, was das Empfehlungssystem à la Xing & Co. erst so erfolgreich macht. Und natürlich erleichtern und forcieren unsere Online- Profile diese Entwicklung, da wir nun früher und selbstverständlicher – private wie professionelle –Details freigeben. Das spart Zeit und erhöht nebenbei die Vermittlungsquote, da Empfehlungen passgenauer ausgesprochen werden können! Knapp ein Drittel der Stellen werden so bereits besetzt. Ich selbst habe bisher fast alle Jobs über Bekannte, ehemalige Arbeitgeber und direkte Kontakte bekommen. Die übrigens ganz eigennützig gehandelt haben. Weil sie zeigen wollen, wie gut sie ausbilden. Weil sie durch die Vermittlung selbst aufsteigen. Oder eben schlicht als Referenz. Und damit gewinnt das große B eine neue Leichtigkeit: Das Gefühl, sich zu verpflichten, verschwindet. Denn die Person weiß genau, was sie an mir hat. Und umgekehrt. Im Übrigen gilt nach wie vor: Ausschlaggebend bleibt unsere Qualifikation!

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