Männer

Männer-Special: Mann, bist du jetzt gut!

In den letzten Jahren hatten sie es nicht leicht. Zu machohaft, zu soft – also, was denn nun? Jetzt präsentiert sich der neue Mann. Gefühlig und beinhart, gepflegt, aber nicht glatt. Christiane Stella Bongertz nimmt die Entwicklung unter die Lupe

Mann, bist du jetzt gut!

Der Weg war lang und zäh, aber allmählich kommt Land in Sicht: Sie schrubben sich die Zähne nicht mehr ratzfatz unter der Dusche, ihre Hornhaut an den Füßen betrachten sie mit Skepsis, über Gefühle wird gesprochen (natürlich noch nicht beim Frühstück!), und die Familie geht ihnen über alles. Eine Veränderung geht um, und die ist beachtlich. Es darf von einem neuen Typ Mann gesprochen werden, der vieles ändert, ohne sich selbst und seine Männlichkeit aufzugeben. Das läuft manchmal noch nicht ganz glatt („Ich würde ja Elternzeit nehmen, aber…“) –und sollte uns an die Zeit erinnern, als wir selbst mitten im Emanzipations- Vollzug steckten und begonnen haben, alles unter einen riesigen Hut zu stopfen („Meinst du wirklich, dass ich nach so einem Tag auch noch annähernd Lust auf Sex habe?“).

Die guten Männer merken gerade, was es bedeutet und wie heftig es ist, alles zu wollen und alles zu geben. Kinder und Karriere, Küche und Koje. Aber sie machen es. Sie sind stolz auf sich, zu Recht, und sehen manchmal ziemlich fertig aus dabei, aber was soll's – geht uns ja nicht anders. Und dass die Männer inzwischen auch versuchen, ihre Müdigkeit einfach wegzucremen, rührt uns so, dass wir uns gleich noch mal in sie verlieben.

 

DEIN BAD? SEIN BAD! Der neue Trend: Männer geben ein Vermögen für Kosmetik aus und brauchen nachweislich länger im Badezimmer als ihre Partnerin. Leider nicht, um es zu putzen. Noch nicht

Eine  Party irgendwo in Deutschland. Drei Männer gestikulieren wild, reiben sich emsig Wangen und Kinnpartien. „Ich schwöre auf den Machs-s8“, sagt der Typ mit dem The-Killers- T-Shirt. „Exakt“, bekräftigt der lange daneben, „weniger Hautirritationen, doppelt so schnell wie mit dem Fusion Turbo.“ Der dritte im Bunde findet: „Klassisch nass ist sowieso besser als elektro. Ich bin jetzt auch oben rum drauf umgestiegen.“ Gezwinker in Richtung Brustkorb, großes Gelächter. Dann fallen Worte wie: „Vitamin B5“, „Fruchtsäure“, „Exfoliator“, „beleuchteter Vergrößerungs- Spiegel mit Teleskoparm“. Männer haben Kosmetik für sich entdeckt. Und sie reden drüber! Da schwant der lauschenden Frau: Ihr teures Naturkosmetik- Tonikum ist doch nicht einfach so verdunstet. 1985 brachte Biotherm die erste „echte“ Männer-Pflege-Creme auf den Markt: eine nicht brennende After-Shave-Pflege. Nivea zog nach, dann lancierte The Body Shop eine Männer-Linie...

»Für mich ist nichts anziehender als eine Frau, die witzig ist. Humor und sich nicht so wichtig nehmen, das brauche ich. Und viel Hautkontakt.« Justin Timberlake

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