Partnerschaft

Verknallt, verliebt - für immer!

Erst flattern die Schmetterlinge wie verrückt, dann kochen wir sein Lieblingsgericht, lernen seine Eltern kennen – und mit der Zeit auch seine Stärken und Schwächen. PETRA-Autorin Wiebke Brauer über die drei Phasen einer Beziehung und die Frage, wie man das Glück auf Dauer eigentlich festhält.

Verliebtes Paar

Phase 1: Wenn die Synapsen vor Glück durchknallen

DIE ERSTEN WOCHEN BIS MONATE … Er ist so un-fass-bar wun-der-bar! Allein diese sexy Linie seiner Oberlippe! Jeder Gedanke dreht sich im ständigen Dreivierteltakt um ihn, über jeden seiner Witze lachen wir uns scheckig, und seine Rüstung schimmert so gleißend hell, dass einem fast die Augen schmerzen. Man möchte jede Nanosekunde nackt an ihm kleben, beim Sex zündet jede Synapse durch, obwohl er doch nur unsere Nase berührt hat. Ist der Sex wirklich so gut? Ist doch egal! Mein ganzer Körper ist ein G-Punkt! Ja, geben wir es zu: Wer verliebt ist, ist nicht mehr zurechnungsfähig und für seine Umwelt manchmal nur sehr schwer zu ertragen. Schuld an dem Liebesinferno – das bis zu einem Jahr dauern kann – sind die Massen von Hormonen, die in der ersten Phase der Verliebtheit ausgeschüttet werden. Dazu gehört Phenylethylamin, Dopamin und Noradrenalin. Was ist gegen einen solchen rosawattesüßen Drogenrausch auch einzuwenden?! Gar nichts, wenn da nicht diese Ungewissheit wäre.

Der geheime Code der Liebe

Julia Peirano, Sandra Konrad: „Der geheime Code der Liebe. Entdecken Sie Ihr Beziehungs-Ich und finden Sie den richtigen Partner“, List, 320 S., 14,99 €

33 % haben Sex in den ersten 4 Wochen

Stundenlang starren wir unser Telefon an, als ob unser Blick daran festgetackert wäre. Wir drücken beim Mailprogramm nonstop auf die „Empfangen“-Taste und stöbern in seiner letzten Facebook-Nachricht nach vermeintlich wichtigen Botschaften für uns. Ist er auch so verliebt wie wir? Will er eine Beziehung – oder doch nur eine schnelle und unverbindliche Affäre? Was wollen wir von diesem neuen Mann – und was zum Teufel bedeutet es, dass er sich nicht minütlich meldet? Kein Wunder, dass manche von uns diese verrückte und unsichere Phase nur so mitteltoll finden. Dr. Julia Peirano, Psychologin und Autorin des Buches „Der geheime Code der Liebe“, sagt über die erste Zeit der Verliebtheit:

„In dieser Phase haben viele Menschen auch mit Ängsten zu kämpfen, weil man sich dem anderen total ausliefert.“ Wer verliebt ist, strampelt begeistert mit den Beinen wie ein verspielter Hund, zeigt aber dabei unweigerlich seinen weißen Bauch und sein Herz, die verwundbarsten Stellen. Dabei ist faszinierend, wie unterschiedlich wir auf diese Phase reagieren: Während die einen ihr Herz zu schützen und jeden Anflug von irrationalem Verknalltsein zu unterdrücken versuchen, schmeißen sich die nächsten mit hemmungslosem Optimismus in den Liebestaumel. Er ist der Prinz, mit ihm werden wir 90-jährig auf einer weißen Bank unter einer blühenden Kastanie sitzen und unsere weichen und faltigen Hände halten. Warum auch nicht? Wäre es nicht traurig, wenn man seinem Glück nicht blind trauen würde? Vielleicht. Klar ist nur eines: Für jeden von uns sieht der siebte Himmel anders aus. Für die einen hängt er voller Geigen, für die anderen voller lärmender E-Gitarren.

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