Babywunsch

Machen Kinder glücklich?

Machen Kinder das Leben erst vollständig – oder nur unnötig kompliziert? Wohl beides… Ein ganz ehrlicher Report, nicht nur für Unentschlossene – sondern auch für Mütter.

Kinder machen glücklich

Katharina sitzt in der Klemme. Schon länger. Wir haben unendlich viele Stunden beim Italiener mit dampfenden Pasta-Tellern vor uns damit verbracht, herauszufinden, was sie aus dieser Klemme bringen könnte. Katharina ist eine meiner besten Freundinnen, 38 Jahre alt, seit zehn Jahren glücklich mit ihrem Freund – und irgendwie wäre es jetzt mal an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Dabei hat sie keine Ahnung, ob das, wozu sie das leise Ticken in ihrem Kopf bringen will, sie überhaupt glücklich macht: Sie will ein Kind. Glaubt sie. Aber vielleicht auch nicht. Fürchtet sie. Eigentlich sei ihr Leben, so wie es ist, perfekt. Weiß sie. Trotzdem hat sie Angst, etwas zu verpassen – etwas, das so verdammt wunderbar ist, dass es momentan außerhalb ihres Vorstellungsvermögens liegt. Wenn Katharina mich stirnrunzelnd anblickt, wünscht sie sich eine Entscheidungshilfe von mir, schließlich habe ich ja schon einen Sohn. Ich seufze dann auch und weiß nicht, was ich sagen soll.

Neue Studien zeigen: viele sind kinderlos glücklich

Ob Kinder glücklich machen? Oh ja. In vielen kleinen zauberhaften Momenten, die man als Mama nicht missen will. Aber Kinder machen das Leben auch definitiv wesentlich komplizierter. Kinder wollen nicht den ganzen Tag lächeln und schmusen und von einem lernen – sondern manchmal lieber stundenlang an Baustellen stehen bleiben, obwohl man selbst so gern noch mal zu Zara geflitzt wäre. Sie wollen im Winter mit Sandalen rausmarschieren; sie sind manchmal eifersüchtig, wenn Mama Papa küsst – und sobald du mal deine Ruhe vor ihnen hast, sorgst du dich ständig, ob es ihnen auch gut geht.

Soziologin Robin Simon von der Florida State University fand in einer Studie heraus, dass Eltern sogar weniger Lebensqualität verspüren als kinderlose Erwachsene. „Eltern haben mehr, um das sie sich sorgen, als andere Leute“, sagt Simon. „Und diese Sorge verschwindet nicht mit der Zeit.“ Klingt nach einem brutalen Fazit. Und hört man nicht gern. Nicht als Mama und auch nicht als eine, für die die Babyfrage ganz aktuell ist.

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Autor:
Tina Röhlich