Modetrends Prêt-à-papier

Wir haben unsere Lieblings-Designer gebeten, ihre schönsten Trendlooks für den Sommer 2011 doch mal aus Papier zu schneidern. Das Ergebnis: wundervolle Kleider, zart und atemberaubend.

Allen Apps zum Trotz haben wir uns neu in Papier verliebt. Und damit sind wir nicht allein! Seit einigen Jahren falten, knüllen, schnipseln und schreddern immer mehr Künstler Designobjekte und tragbare Couture aus dem jahrtausendealten Werkstoff, den etwas ganz Einfaches so begehrt macht: das Vertraute, Begreifbare, Reale und Geduldige.

Wer hätte gedacht, dass wir mit der Bitte an unsere deutschen Lieblings-Designer, für den sommerlichen Trendausblick in unserem Extrablatt zur Modemesse nur mit Papier zu arbeiten, für derartige Aufruhr sorgen würden? Auf die spontane Begeisterung der Modehäuser folgten rekordverdächtige zwölf Absagen („Sorry, die Deadline…“), und aus den Häusern, die beherzt zusagten, uns etwas zu basteln, ein langes, beunruhigendes Schweigen. Nur hin und wieder glaubten wir, irgendwelche Flüche aus ihren Ateliers in Hamburg, Berlin, München, Nördlingen, Metzingen, Frankfurt und sogar London zu hören…

Begleitet von Stoßgebeten und sorgsamst verpackt traten im vergangenen Juli dann aber tatsächlich neun hauchfeine Unikate ihre Overnight-Reise zum Shooting nach London an. Atemberaubende Kreationen aus Seiden-, Karton-, Kreppoder Packpapier, aus handgeschöpftem Japanpapier oder selbst gerührtem Pappmaschee, die unsere kühnsten Erwartungen in den Schatten stellten. „Die Mode beginnt auf Papier, und sie überdauert auf Papier“, hat Karl Lagerfeld einmal gesagt. Stimmt genau. Und was ihr uns hier so kunstvoll bewiesen habt, liebe Designer, ist wahre Liebe.

 

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