Mode Ein Stück Guido für alle

Bärchen-Pyjama, Strass-Kette, Adiletten. Guido Maria Kretschmer könnte uns wohl alles verkaufen. Zum Glück setzt er in seiner neuen Kollektion auf Stil.
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Für ein Interview sind 45 Minuten Gesprächszeit eigentlich viel – mit Guido („sag doch bitte du zu mir!“) vergehen sie in gefühlten fünf Minuten. Die meiste Zeit quatschen wir über seine neue Kollektion. Der Stardesigner hat neben seiner Premium- eine Zweitlinie lanciert. Das Coole: Die superschicken Teile kosten nur 39 bis 369 Euro ...

PETRA: Deine Shopping-Queen-Mädels kaufen in Geschäften ein. Du selbst gehst mit deiner Kollektion aber online. 
Stimmt. Ich wollte eine Democratic Couture machen: Die Sachen sollte jede bekommen können, egal, wo sie wohnt. Und sie sollten bezahlbar sein. Dafür habe ich Elemente aus meiner Premiumlinie genommen und sie günstiger umgesetzt. 

PETRA: Knallfarben und viel Bling-Bling verzichtest du bewusst.
Ja, weil ich will, das jedes Teil das Zeug dafür hat, ein Lieblingsteil im Schrank zu werden. Deswegen gibt es viele gedeckte Farben wie Grau, Taupe oder Schwarz. Alles stylish, aber zeitlos. Kein Firlefanz wie fancy Handyhüllen oder glitzernde Billigteilchen.
 
PETRA: Nichts was trashig rüberkommt also?
Genau. Mir ist so wichtig, dass die Qualität stimmt. Und nicht, dass sie nach dreimal tragen weggeschmissen werden können. Ich bin einfach so Anti-Sondermüll.
 
PETRA: Du verkaufst bis Größe 46. Was steht der besser als einer 34?
Das gibt es bei meinen Sachen nicht. Da herrscht textile Demokratie – es steht dir, wenn es etwas für dich tut! Das Etuikleid oder der Overall sehen an kurvigen Frauen vielleicht etwas besser aus als an so ganz dünnen Mädels.
 
PETRA: Karl Lagerfeld sagte mal: „Wer Jogginghosen anzieht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Stimmt?
Ach, nein. Eine Jogginghose kann sehr kultiviert sein. Ich mag Karl Lagerfeld sehr, aber ich möchte auch nicht den ganzen Tag mit weißem steifem Kragen und Handschuhen dasitzen. Ich glaube nicht an ein Modediktat – Kleidung muss dich begleiten in jeder Lebenslage. Sie darf deshalb auch gemütlich sein!
 
PETRA: Wie machst du es dir gern gemütlich?
Ich kann super beim Briefeschreiben entspannen. Oder ich träume mich weg. Ich bin ja so ein Kopfplaner und schmiede immer Pläne. Was ich gar nicht mag in der Freizeit, ist telefonieren. Dann lieber in Jogginghosen ab auf die Couch und eine Folge „Downton Abbey“ gucken. 
 
 
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