Tauchurlaub auf den Malediven

Abgetaucht ins Paradies

Augen zu und rein ins Wasser: PETRA-Redakteurin Wiebke Borcholte wollte schon immer Tauchen lernen. Dafür suchte sie sich ein echtes Traumziel aus: eine klitzekleine Insel im Süd-Male-Atoll der Malediven

Malediven

Am Horizont taucht eine Insel auf. Ich bin ein Glückspilz. Nein, ich bin ein Glückstrüffel. Ein Vierer im Lotto ist nichts dagegen, ich beneide mich sogar selbst. Denn in diesem Moment gleite ich mit dem Schnellboot über den Indischen Ozean. Auf einem Satellitenbild der Erde liegen die Malediven ungefähr links unten von Indien. Sie bestehen aus 1199 Inseln, die wie grüne Kleckse samt weißer Halskrause aus Sand im Türkis liegen. 200 von ihnen sind bewohnt, auf 87 steht ein Hotel, und in einem dieser Hotels werde ich wohnen. Das Besondere daran: Ich darf auch ins Blau hüpfen und tauchen lernen.

Je näher die Insel rückt und je genauer ich das Meer betrachte, desto klarer wird mir eins: Blau ist hier nicht gleich Blau. Blau bedeutet Blassblau wie der Himmel, Azurblau wie der Ozean, Türkis wie das seichte Wasser. Auf den Malediven strahlen alle Farben, als hätte man sie gerade neu erfunden. Spätestens als ich vom Boot steige, wird mir schwummrig. Die Palmen leuchten neonsattgrün, der Sand schimmert neonweiß, die schrill pinkfarbenen Blüten an den Büschen scheinen einer Colorwaschmittel-Werbung entsprungen zu sein.

Strand Malediven

So schön kann man nur auf den Malediven rumhängen

Ein Reiher stakst äußerst pittoresk im Sonnenlicht durch das seichte Wasser, dann bleibt er auf einem Bein stehen und sinniert über das Leben. Ob der Reiher echt ist? Ein Hotelmitarbeiter mit Federn? So malerisch kann eigentlich kein Tier herumstehen. Aber scheinbar wohnt er einfach hier. Kurz darauf habe ich die Zeit irgendwo im Sand verloren. Vielleicht ist es auch schon der nächste Tag, denn auf den Malediven macht die Uhrzeit keinen Sinn mehr. Da steht man einfach wie der Reiher im Wasser und blickt auf den Horizont. Ich entdecke eine hübsche weiße Muschel im Sand und bücke mich, um sie aufzuheben. Auf einmal setzt sich die Muschel in Bewegung und flitzt auf kleinen Beinen ins Wasser. Ein Einsiedlerkrebs flüchtet vor mir. Der ganze Strand ist von ihnen bevölkert.

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Autor:
Wiebke Borcholte