Alles klar, Herr Kommissar?

Mit Psycho-Methoden wie aus einem TV-Krimi durchleuchten Firmen heute ihre Angestellten

PETRA-Redakteurin Katja Kullmann ließ sich von einer Job-Profilerin analysieren – und stutzte


Natürlich komme ich zu spät. Murphys Gesetz. Zwar bloß 15 Minuten – aber so abgehetzt, wie ich in den Konferenzraum platze, vor Scham schwitzend, schwer keuchend, sehe ich mich sofort enttarnt, komplett durchschaut: eine Versagerin, Verliererin, Träumerin – was für eine Null! Tja: Zwei, drei Mal im Monat geschieht es eben, dass ich verschlafe oder „rote Welle“ bei allen Fußgängerampeln habe. In der Redaktion kennt man das schon, die Chefin hat das Schimpfen aufgegeben. Heute ist es jedoch wirklich schlimm. Denn heute bin ich mit einer Profilerin verabredet. Sie wissen nicht, was eine Profilerin ist? Stellen Sie sich eine Mischung aus Kriminalkommissarin und gestrenger Psychologin vor. Jemanden, dem Sie nichts vormachen können und der Sie bis auf die Knochen durchanalysiert.Auf VOX lief einst die US-Krimi-Serie „Profiler“. Und auch Jodie Foster wendete als FBI-Ermittlerin in „Das Schweigen der Lämmer“ Profiling-Methoden an, um dem Serienmörder Hannibal Lecterauf die Spur zu kommen. Aus Bewegungsmustern, handschriftlichen Spuren und anderen Fundstücken basteln die Spezialermittler Täterprofile.


 
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