Parfum-Special
So duftet die Welt
Edle Parfums sind der Inbegriff von Luxus, das ist auf der ganzen Welt so. Trotzdem riecht es zum Glück nicht überall gleich – jede Kultur hat ihre eigene Nase. Wir haben den internationalen Vorlieben hinterhergeschnuppert – und viele tolle Düfte für Sie entdeckt.
AMERIKA
Amerikaner tragen mit Stolz ihre großen Designer wie Marc Jacobs, Donna Karan, Calvin Klein, Tommy Hilfiger, Ralph Lauren, Anna Sui. Außerdem hat das Land die Celebrity-Düfte erfunden, „White Diamond“ von Liz Taylor verdient seit 20 Jahren x-Millionen Doller (allein letztes Jahr 61,3!). An dieser Bestmarke orientieren sich inzwischen auch P. Diddy, Christina Aguilera, Beyoncé, Sarah Jessica Parker, Heidi Klum… Und noch eine Eigenart gibt es: sexy wird in den USA meist mit „clean“ gleichgesetzt – was Orientalen oder Franzosen ganz anders sehen.
ENGLAND
Das Land der Traditionalisten hat ein paar der ältesten Par fummarken wie Creed (seit 1760) oder Penhaligon’s (seit 1870). Typisch ist dabei das subtile Understatement, bei Brit-Düften ist nicht zu befürchten, dass man damit jemanden umhaut.
ITALIEN
Egal, was ist: Für romantische Deutsche wird Italien ewig das Land sein, in dem die Zitronen blühen – plus einige andere schöne Blumen mehr. Und das macht auch Sinn: Italiener sind wie in ihren „Acquas di Parma“ Maestros der Zitrusnoten wie Limette, Bergamotte, Orange, zum anderen lieben sie Stilikonen wie Laura Biagiotti und wissen: Blumen wie Rosen, Flieder, Veilchen machen einfach jede Donna zur Bella.
ORIENT
Orientalisch kann man auch mit „üppig“ und „sinnlich“ gleichsetzen, bevorzugt werden intensive Zutaten wie Jasmin, Rosen, Gewürze, Weihrauch, Sandelholz und Oud (ein Holzextrakt, der angeblich pheromonartige Wirkung hat). Duftmittel gelten hier seit dem Altertum als Geschenk, mit dem man seine Verehrung zeigt. Also: je kostbarer, desto besser.
FRANKREICH
Einst brauchte man einen Duft nur mit dem Zusatz „aus Paris“ bewerben, und schon hatte er das Prädikat „besonders wertvoll“. Das mag daran liegen, dass Franzosen sich seit fast 500 Jahren mit dem Thema auskennen. 1580 wurde im bis heute legendären Grasse ein Duftlabor eröffnet, heute Zentrum der europäischen Duftindustrie: Viele berühmte Nasen wie Jaques Polge und Klassiker wie Chanel N° 5, Shalimar von Guerlain kommen aus dem Land. Kein Wunder, dass auch die erste Schule für Duft „Institut Supérieur International du Parfum“ sich in Paris befindet.
Wir haben mit der „Professeur de Parfum“ Isabelle Doyen gesprochen:
Wie muss man sich den Unterricht bei Ihnen vorstellen? Es gibt klassische Fächer wie Biologie und Chemie. Darüber hinaus werden aber jede Woche circa zehn Inhaltsstoffe durchgenommen (pro Ausbildung also insgesamt 300) und wie man sie in Düften richtig kombiniert.
Haben Sie berühmte Schüler? Ja, zumindest sind die Düfte sehr bekannt: z. B. Francis Kurkdjian, der „Le Male“ für Gaultier kreiert hat und den ersten Duft für Star-Designer Elie Saab.
Was wird der Dufttrend 2012? Pudrige Düfte, die viel leichter wirken, aber nicht an Weiblichkeit verlieren!







