Kinotipps
Filmstarts vom 12. Januar 2012
Der lang erwartete neue Thriller "Verblendung" läuft an. Plus: ein bisschen deutsches Kino.
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VERBLENDUNG
Gerade einmal zwei Jahre nach dem Original aus Schweden legt Hollywood seine eigene Verfilmung des ersten Teils der Salander-Trilogie von Stig Larsson vor. Die Hauptrolle und Trägerin der Story ist natürlich die Figur Lisbeth Salander (gespielt von Rooney Mara). In ganzer Hollywood-Manier wird der neue Film aber verstärkt über Daniel Craig (als Journalist Mikael Blomkvist) vermarktet. Die Storylines der beiden Figuren werden auch länger als im Original getrennt gehalten. Aber Hollywood lebt halt von seinen Stars, das wollen wir dem Film jetzt mal nicht anlasten. Story und Umsetzung sind auch in der neuen Version großartig. Investigativ-Journalist Blomkvist wird angeheuert, das Verschwinden einer jungen Frau vor 40 Jahren aufzuklären. Auf einer Einsamen Insel versucht er die Familienverwirrungen um Millionär Henrik Vanger (Christopher Plummer) zu durchschauen und in der schier endlosen Reihe Verdächtiger den Täter auszumachen. Er bekommt dabei Hilfe von der jungen, kämpferischen aber von ihrer Vergangenheit verfolgten Salander. Ein gnadenlos spannender Film, beeindruckend in Szene gesetzt von Kultregisseur David Fincher ("The Social Network"). Das Ensemble wird von phänomenalen Charakterdarstellern wie Stellan Skarsgård und Robin Wright komplettiert.
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OFFROAD
Nora Tschirner erfreut uns einmal mehr in der Rolle einer flapsigen aber doch irgendwie charmanten jungen Frau. Diesmal spielt sie Meike Pelzer: Sie ist jung, hat ihr Leben aber schon komplett verplant. Das BWL Studium ist fertig, die Eltern erwarten, dass sie später den Familienbetrieb übernimmt und mit Philip (Max von Pufendorf) steht auch schon der zukünftige Ehemann bereit. Ein letztes Mal möchte sie was verrücktes machen und ersteigert sich einen alten Jeep, mit dem sie von aufregenden Roadtrips träumt. Doch dann kommt alles ganz anders als gedacht. Den Zukünftigen erwischt sie mit der besten Freundin im Bett und im Kofferraum vom neuen Auto entdeckt sie 50 Kilo Kokain. Die Drogen zu verkaufen, würde viel Geld bringen... Verfolgt von den Besitzern des Stoffs und mit der Hilfe des charmanten Salim (Elyas M'Barek) merkt sie schnell, dass drogendealen nicht so einfach ist wie man vielleicht denkt. Der Film nimmt uns mit auf eine turbulente Roadmovie-Reise und den Selbstfindungstrip der Protagonistin. Aufregend, actionreich und mit viel Humor.
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SOUL SURFER
"Soul Surfer" basiert auf einer wahren Begebenheit. Die 13-jährige Bethany (gespielt von AnnaSophia Robb) ist leidenschaftliche Surferin und ihr wird eine große Zukunft vorhergesagt. Doch dann wird sie von einem Hai angefallen und verliert den linken Arm. Was für viele das Karriereaus und vermutlich einen Absturz in tiefe Depressionen bedeutet hätte, überwindet das junge Mädchen dank ihres Glaubens und dem Zuspruch von Fans auf der ganzen Welt. Nur einen Monat nach dem schrecklichen Unfall steht sie schon wieder auf dem Brett, heute mit 21 ist sie professionelle Surferin. Eine erstaunliche Geschichte, ein Film der inspirieren soll, mit Helen Hunt und Dennis Quaid in den Rollen der Eltern hochkarätig besetzt. Es ist eine Disney-Produktion und so ist auch der Ton des Films. Viel Hoffnung und positive Einstellung, nur ein ganz klein bisschen Trauer und Verzweiflung, vermutlich ein wenig mangelnder Realismus. Aber wer weiß... Wem nach Wohlfühlkino und einer Story von Überwindung schlimmer Widrigkeiten ist, der ist mit diesem Film gut beraten.
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REALITY XL
Regisseur Thomas Bohn (vor allem für diverse "Tatort"-Folgen bekannt) wollte bei diesem Film keinerlei Kompromisse eingehen und hat ihn darum auch gleich selbst produziert und ist auch noch Herr über den Verleih. So hatte er denn aber auch komplett freie Hand. Wie ein Kammerspiel kommt der Sci-Fi-Thriller daher. 23 Wissenschaftler verschwinden bei einem Experiment im Kernforschungszentrum CERN spurlos. Einzig Professor Carus (Heiner Lauterbach) ist noch da. Der wird nun von zwei Kommissaren verhört (Max Tidorf und Annika Blendl). Und dann ist da noch der mysteriöse Protokollant Antoine (Godehard Giese). Der ganze Film spielt fast ausschließlich in diesem Verhörraum, wird dank hervorragender Dialoge und spannender Fragestellung über Leben und Sinn aber trotzdem nie Langweilig. Ein mutiges Unterfangen, den Film so aufzuziehen wie das Bohn getan hat. Beim Versuch ihn in die Kinos zu bringen wird ihm das fast zum Verhängnis. Diverse Kinobetreiber halten den Film für zu anspruchsvoll für das deutsche Publikum. Da möchten wir sie ja gern vom Gegenteil überzeugen.





