Glamour & Amore

Nine: leise melancholisch und sinnlich

Sechs Oscar-Preisträger, die Swinging Sixties, italienische Filmkunst und Herzschmerz: Daraus mixte „Chicago“-Regisseur Rob Marshall seinen neuen Musical-Hit Nine


Der gefeierte Regisseur Claudio Contini (Daniel Day-Lewis) versinkt in der Midlife-Crisis: Sein neuer (neunter!) Film ist bereits groß angekündigt, doch der Meister hat noch nicht einmal eine Drehbuchidee. Entnervt flüchtet er aus Cinecittà in einen luxuriösen Badeort, um sich zu besinnen. Doch daraus wird nichts: Erst reist seine naive Geliebte an (umwerfend: Penélope Cruz), dann seine fürsorgliche Ehefrau (Marion Cotillard).
Federico Fellinis „8 1/2“ gilt als Meisterwerk. Auf dem Kinoklassiker von 1963 basiert der Broadway-Hit „Nine“, den Regisseur Rob Marshall nun wiederum auf die Leinwand bringt. Wie schon in seinem Oscar-prämierten Musical „Chicago“ gehen Handlung und Gesangseinlagen, Realität und Fantasie elegant ineinander über. Der gestresste Womanizer Contini lässt auf der Suche nach Inspiration die Frauen seines Lebens Revue passieren: die resolute Kostümbildnerin (Judi Dench), die stolze Hure (Stacey „Fergie“ Ferguson), seine verstorbene Mamma (Sophia Loren) und seine Muse, die Diva (Nicole Kidman). Kate Hudson spielt eine Journalistin und darf in einem sexy glitzernden Swarovski-Fummel den Partysong „Cinema Italiano“ singen.
Von leiser Melancholie getragen, ist „Nine“ zwar nicht ganz so mitreißend und beschwingt geraten wie der Klassiker „Chicago“, aber umso sinnlicher. Ein Traum.
Start: 25. Februar