Ernährung & Fitness Judith testet Metabolic Balance

Wir wollen fit und schlank in den Frühling starten und testen die neuesten und effektivsten Diät- und Sportprogramme. An dieser Stelle bloggen wir über unsere Erfahrungen. Sie haben Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare!
Judith testet Metabolic Balance

Judiths Motivation:

Judith, 30, Online-Redakteurin: Ich bin kein großer Sport-Fan und halte auch nicht viel von Diäten, denn auf Lakritze, leckeren Käse und cremige Sahnesauce zur Pasta will ich nicht für immer verzichten. Aber ich ernähre mich gerne gesund und will auch wieder mehr kochen. Schluss mit Kaffee zum Frühstück, Asiamann zum Mittag und abends 'ne schnelle Stulle. Das Metabolic Balance Programm verspricht Abhilfe. Mit einem Bluttest wird ermittelt, welche Nährstoffe mein Körper braucht und wovon ich zu viel habe (bestimmt Zucker, grrrrr). Anschließend wird ein individueller Ernährungsplan für mich erstellt. Die wichtigste Maxime dabei: Selber kochen, am besten mit Bio-Produkten und vor allem nichts mit künstlichen Zusatzstoffen (bye bye, Tiefkühlpizza). Damit ich nicht sofort wieder vom rechten Weg abkomme, werde ich von einem persönlichen Betreuer begleitet. Versprochen wird einem neben dem gewünschten Gewichtsverlust auch noch die Steigerung der Gesundheit, mehr Energie und ein besseres Körpergefühl. Und das beste: Es ist mit meiner vegetarischen Ernährung kombinierbar. Na dann kann ich ja bald Bäume ausreißen...

Judiths Erfahrungs-Blog:

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Fazit

Zwei Monate sind vergangen, seit ich das erste Mal durch Schnee und Finsternis zur Praxis von Frau Kabel stapfte, um mit ihr Mein Vorhaben zu besprechen, das Metabolic Balance Programm zu testen. Nun bin ich wieder auf dem Weg zu ihr, gleicher Ort, gleiche Uhrzeit, aber das Wetter ist ein anderes. Die Sonne strahlt, auch abends noch – und ich habe die Ernährungsumstellung hinter mir und gehe jetzt über in die Erhaltungsphase. Ich bin auf dem Weg zu meinem Abschlusstermin. „Wie geht es Ihnen“, fragt Frau Kabel gleich zur Begrüßung. „Gut“, antworte ich. „Ich habe richtig viel Energie.“ Die Ernährungsberaterin nickt. „Sie sehen auch viel frischer aus“, schmeichelt sie. „Sagen Ihnen das auch andere?“ Eigentlich nicht. Nur zu meinem Gewichtsverlust bekomme ich Kommentare. Und abgenommen habe ich.

  • Zu Beginn des Termins stelle ich mich auf die Waage. 4 Kilo bin ich in den zwei Monaten losgeworden. Drei in der strengen Phase und immerhin noch eines in der gelockerten Phase, obwohl ich zu jeder Mahlzeit Kohlenhydrate zu mir nehme, mich satt esse, und mir eigentlich jeden tag Zartbitterschokolade gönne. Dabei sind diese Kilos auf meinen Hüften, seit ich mit 16 Jahren zehn Kilo im USA-Austausch zugenommen habe. Dass die so schnell schmelzen, hätte ich nicht erwartet. Und auch an Umfang habe ich verloren: 8 cm am Bauch, 5 cm an der Hüfte und immerhin 3 cm pro Oberschenkel. Bin versucht, so ein vorher/nachher Bild mit extra gekaufter Hose in Übergröße zu schießen.
  • Eigentlich habe ich das Programm ja aber getestet, weil ich mehr Energie haben wollte. Und auch da kann ich nur sagen: es funktioniert. Ich stehe morgens leichter auf, ich fühle mich auch abends noch beschwingt und nervige Alltagspflichten wie Haushalt und Papierkram gehen mir deutlich leichter von der Hand. Zu Sport habe ich mich noch nicht wirklich wieder durchringen können. Vielleicht ändert sich das ja jetzt, wenn das Wetter wieder besser wird. Schön wäre es, denn Frau Kabel betont: „Bewegung ist eine wichtige Säule des Ernährungsplans!“ Zwei- bis dreimal die Woche sollte man trainieren. Zählt tanzen beim Staubsaugen?
  • Bestimmte Dinge will ich nach so viel Erfolg natürlich beibehalten. Das viele Wassertrinken hat mir nämlich nicht nur einen Energieschub verliehen, sondern auch meine Haut gestrafft und aufgepolstert. Eine fast komplett faltenfreie Stirn drei Monate nach dem 30. Geburtstag, das ist doch was.
  • Und auch auf Zucker und Weißmehl will ich weiterhin so gut es geht verzichten. Denn die bessere Verdaulichkeit meiner derzeitigen Ernährung erlaubt es mir natürlich, mehr Energie in wichtige Dinge zu stecken und nicht nach jedem Essen platt auf dem Sofa zu lümmeln. Insgesamt habe ich das Gefühl, mich besser zu ernähren. Auch vorher habe ich versucht, frisch und gesund zu kochen, aber wenn man einmal auf Zucker, Aromastoffe und andere künstliche Inhaltsstoffe verzichten muss, wird einem erst klar, was in welchen Produkten alles drinsteckt. Dazu hat mir Frau Kabel auch gleich noch einen spannenden Link mit einer Zusatzstoffe-Übersicht geschickt.
  • Besonders froh bin ich darüber, jetzt wieder alle Zutaten essen zu können. Denn der Verzicht auf bestimmte Gemüse-, Obst- oder Eiweißprodukte macht einem doch das Sozialleben schwer. Besonders in der strengen Phase muss man sich eigentlich jede Mahlzeit frisch zubereiten. Das ist mit Arbeitsalltag und ausgewogener Freizeitgestaltung so gut wie nicht vereinbar. Dass ich, wenn ich versuche mich zu Hause an die Regeln zu halten, wenn ich die Pausen zwischen den Mahlzeiten einhalte und die kleinen Tricks beachte wie „mit der Eiweißportion anfangen“, auch Ausnahmen machen und mit Freunden normal essen darf, ohne gleich ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, finde ich sehr angenehm. Ich bin gespannt, ob die Idee der Ernährungsumstellung klappt und ich tatsächlich einige Gewohnheiten beibehalte oder ob ich doch schnell wieder schludrig werden.
  • Gut wäre es. Denn Frau Kabel warnt: Vor allem, wenn man mit kurzkettigen Kohlehydraten wieder anfängt, nimmt man besonders schnell wieder zu. Trügerischer Weise nicht gleich an Gewicht, aber quasi sofort an Bauchumfang. Wie fies!
  • Neben den kurzkettigen Kohlehydraten rät die Ernährungsberaterin mir auch dazu, vorerst noch auf Kuhmilchprodukte zu verzichten (oder zumindest den Verzehr einzuschränken). Ich habe zwar keine Unverträglichkeit, sie vermutet aber, dass der Verzicht einen positiven Effekt auf meinen Heuschnupfen haben könnte. Bis Ende Mai sind meine besten Freunde also nach wie vor Schafs- und Ziegenkäse. Hoffentlich revanchiert sich meine Allergie durch Abwesenheit.
  • Insgesamt fand ich es besonders angenehm, von einer Ernährungsberaterin begleitet zu werden. So konnte ich bei Unsicherheiten Fragen stellen, Missverständnisse aufklären und wurde auch bei Hunger zum Durchhalten angespornt. Hätte ich mich mit einem Buch und klugem Wissen über Ernährung hingesetzt und das Programm alleine versucht durchzuziehen, wäre ich wohl nicht so erfolgreich gewesen. 6 bis 7 persönliche Beratungs-Termine über mehrere Monate veranschlagt Frau Kabel. Diese sind, genauso wie die Anamnese und der Bluttest, in der Programmgebühr enthalten. Gerade, wenn man zu unkontrollierter Nascherei und zu vielen Ausnahmen neigt, ist die Begleitung sicherlich von Vorteil.

Ich bedanke mich für eine spannende Erfahrung und werde Sie über meinen zukünftigen Erfolg (oder auch Misserfolg) an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

Tag 51 - Metabolic Urlaub

Gewohnheitstier das ich bin, habe ich mich ja schon gleich zu Anfang darüber beschwert, dass es so schwer ist, die Metabolic Balance Ernährung mit seinem Sozialleben zu vereinbaren. Jemandem zu verklickern, dass Auflauf leider nicht geht, weil Ei in der Sauce und Käse zum Überbacken ein Eiweiß zu viel pro Mahlzeit sind, ist schon etwas problematisch. In Restaurants wird man auch eher skeptisch beäugt, wenn man sich einmal die komplette Inhaltsangabe jedes Gerichts aufzählen lässt. Wie das erst auf Reisen werden soll, darüber habe ich gar nicht nachdenken wollen. Doch nun hat mir eine liebe Kollegin einen super Tipp gegeben. Das Theresa Wellness Genießer Hotel im Zillertal hat sich nämlich auf Metabolic Balance spezialisiert und bietet dort all inclusive Urlaub mit garantierter MB-Ernährung. Wellness-Urlaub ohne Zutaten-Stress - ein Traum wird wahr. Das Haus wirbt damit, das einzige Metabolic Balance Hotel in Westösterreich zu sein. Dann gibt es solche Angebote doch bestimmt auch woanders. Kennen Sie vielleicht Hotels oder Restaurants, die sich ausdrücklich auf die Metabolic Balance Ernährung spezialisiert haben? Über Vorschläge in den Kommentaren würde ich mich freuen.

Brooklyn Burger Bar in Hamburg

Das Motto stimmt... Wenn auch nicht so wie gewünscht.

Tag 50 - Ihhh pfui bäh, fettige Pommes...

Habe meine „Schlemmermahlzeit“ letzte Woche für ein Dinner mit den Kollegen genutzt. Weil meine Kollegen wissen, was hip und trendy ist, und ich die einzige mit Ernährungs-Einschränkung bin, waren wir in der mega-angesagten und darum total überfüllten Brooklyn Burger Bar. Am meisten gefreut habe ich mich (neben der Möglichkeit jeden Burger einfach als Veggie-Variante zu bestellen) über die Süßkartoffel-Pommes. Die habe ich auf meinem Roadtrip letztes Jahr in Miami für mich entdeckt und wurde, als ich sie nun wieder auf der Karte erspähte, fast zu Freude-Purzelbäumen verleitet. Es war nicht der beste Burger der Welt (den gibt’s bei Halifax in Kopenhagen), aber die Pommes waren ein Knüller und kamen – dank Schlemmermahlzeit-Erlaubnis – ganz ohne Schlechtes-Gewissen-Beilage. Mein Magen sah das aber leider anders als meine Geschmacksknospen und rebellierte abends gewaltig. „Weißmehl?“ grummelte er. „Du spinnst wohl! Und dann noch fettig frittierte Pommes dazu?“ knurrte er weiter. „Da hört sich doch alles auf! Und zu allem Überfluss noch Mayo? Nicht mit mir!“ Und so lag ich dann gestraft im Bett. Tja, selber Schuld. Wer meint nach wochenlanger Low-Wheat-Low-Fat-Ernährung mit Burger und Pommes über die Stränge schlagen zu müssen (und seien sie auch noch so lecker), der muss halt abends wachliegen und das Gemecker eines aufmuckenden Magens über sich ergehen lassen. Ist ja gut... Morgen gibt’s wieder Salat... Spielverderber!

Tag 47 - Ich gerate in Erklärungsnot!

„Das darf ich nicht“, ist im Moment einer meiner meistgesprochenen Sätze. „Warum das denn?“ ist darum eine der häufigsten Fragen, die mir derzeit gestellt werden. Bei vielen Dingen ist das einfach. „Ich soll auf Weißmehl / raffinierten Zucker / künstliche Aromen / etc... verzichten.“ Das stößt eigentlich immer auf Verständnis. Schwieriger wird es bei bestimmten Gemüsesorten. Keine Tomaten? Keine Rote Paprika? Hä? Das Problem: Der Schlüssel, nach dem entschieden wurde, was ich essen darf und was nicht, ist geheim. Nicht mal meine Betreuerin hat darin Einsicht. Nur eine graue Eminenz in der Zentrale kennt die vertrauliche Formel, nach der die Ernährungspläne erstellt werden. Ich kann zwar gezielt nachfragen und mir von Frau Kabel die Information einholen lassen (Tomaten und Rote Paprika z.B. haben einen hohen Fruktose-Gehalt, und da ich zu Allergien neige, soll ich darauf verzichten), aber bei nur 33 erlaubten Gemüsesorten müsste ich schon ziemlich oft nachfragen. Was spricht zum Beispiel gegen Weißkohl, wenn ich Wirsing en masse verkochen kann? Warum darf ich Frühlingszwiebeln, aber keinen Lauch? Was ist an der Sellerieknolle erlaubt, was am Staudensellerie verboten ist? Ich weiß es nicht und ernte darum von Freunden oft verständnislose Blicke. Klar, ich vertrau’ jetzt einfach mal darauf, dass die bei Metabolic Balance schon wissen, was sie tun, und der Verzicht sinnvoll ist. Aber es fällt mir deutlich schwerer zu Lebensmitteln nein zu sagen, wenn ich nicht weiß, warum.

Kleiner Exkurs: Glykämische Last
Text

Die Glykämische Last errechnet sich aus dem Glykämischen Index, also der Auswirkung eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel, und der Kohlehydratdichte dieses Lebensmittels. Das hat aber nichts mit den Kalorien zu tun. Vollmilch- und Zartbitterschokolade haben zum Beispiel die gleiche Kalorienzahl, die Schoki mit 70% Kakao-Anteil hat aber nur ein Viertel der Glykämischen Last ihrer vollmilchigen Schwester. Bitterschokolade ist darum (in Maßen) auch in meinem Metabolic Balance Plan erlaubt, zartschmelzende Milka hingegen nicht.

Für die Kein-Weißmehl-Regel habe ich volles Verständnis. Aber was hat sich die arme Pastinake zu Schulden kommen lassen, dass sie von der Liste der auserwählten Fressalien gestrichen wurde? Im Zweifelsfall wahrscheinlich eine hohe glykämische Last. Doch bei Lauch vs. Frühlingszwiebel oder Weißkohl vs. Wirsing ist die (laut ergoogelter GL-Tabelle) eigentlich gleich. Es muss also einen anderen Grund für das Verbot geben. Nur welchen? Ich verbleibe Ihnen (und mir selbst) gegenüber leider in Erklärungsnot.

Tag 44 - Schnief, schnief!

Hab ich wohl doch ein bisschen zu viel helaut und alaaft. Direkt nach meinem Karnevals-Wochenende bin ich nämlich ordentlich krank geworden. War dann ehrlich gesagt nicht mehr viel los mit Energie. Und weil ich kaum aus dem Bett aufstehen konnte, war auch mit lecker frisch kochen und alle fünf Stunden essen nicht mehr viel los. Da gab es Roggenvollkornbrot mit Ziegenfrischkäse. Und zwar jedes Mal wenn ich aufgewacht bin eines. Aber jetzt ist der Graus vorbei, mein Hals hat sich so gut wie komplett regeneriert und auch meine Nase kooperiert weitestgehend. Daraufhin habe ich dann gestern schon wieder den ganzen Tag geputzt und Papierkram erledigt. Die Energie ist also nicht auf Dauer flöten gegangen. Puh! Und seit dem Wochenende halte ich mich auch schon wieder ganz brav an meinen Ernährungsplan.

Tag 37 - Hey Kölle du bes e jeföhl

So, zu allererst muss ich mich jetzt mal bei allen Karnevalisten entschuldigen. Die Kölner haben mich eines Besseren belehrt und mir gezeigt: Karneval ist großartig! Ja, ich gebe es zu, ich habe mich geirrt und im Cowboy-Kostüm durch die Altstadt zu flanieren hat seinen ganz eigenen Charme.

Judith beim Karneval

Beweisfoto: Vollkornnudeln mit "erlaubtem" Gemüse und Feta

Gleich danach muss ich aber natürlich anmerken, dass Karneval, wenn auch ein großer Spaß, nüchtern wahrscheinlich nicht zu überstehen ist. Und so musste meine strenge Alkohol-Abstinenz dann auch dem ein oder anderen Glas Prosecco weichen. Aber keine Angst, es war gar nicht alles so unmachbar wie befürchtet. Eine meiner mitfeiernden Freundinnen achtet im Moment auch sehr stark auf ihre Ernährung (keine Laktose, kein Gluten) und so konnten wir uns verbünden und für selbstgekochte Mahlzeiten plädieren. Ich habe also jeden Tag den obligatorischen Apfel gegessen, meinen Kaffee zum Frühstück mit Sojamilch gekocht und auf Vollkornnudeln bestanden. Danke hier noch mal an unsere Gastgeberin, die extra drei (!) Nudelsorten zubereitet hat, damit jeder auch genau das bekommt, was auf dem jeweiligen Ernährungsplan steht. Zugegeben, morgens um vier mussten die weggetanzten Kalorien dann doch mit Pommes wieder angefüttert werden. Aber ich hab mit der Mayonnaise angefangen. Ob das wohl als Eiweißportion gilt?

Tag 32 - Man muss die Feste feiern, wie sie fallen...

Und Karneval fällt nun mal direkt in meine Ernährungsumstellung. Bei meiner Einwilligung damals habe ich die "fünfte Jahreszeit" gar nicht auf dem Schirm gehabt, denn ich gehöre eigentlich zu den (laut aktueller Deals.com-Studie) 18 Prozent der Deutschen, die Karneval hassen. Nichts gegen Kostüme und Trinkerei, da bin ich ein Freund von, auch in Kombination. Aber Karneval ist mir einfach zu schunkelig, die "Sitzungen" zu kalauerig (benutze ich überhaupt das richtige Vokabular?). Aber nun ist es doch geschehen. Ich wurde eingeladen, ja geradezu per Gruppenzwang genötigt und habe mich in einem schwachen Moment von ganz besonders guter Laune und Wiedersehensfreude zu einem „Na klar kommen wir Dich besuchen! Endlich mal Karneval ausprobieren! Juhuuu!“ hinreißen lassen. Und nun hab ich den Salat... „Trinkt was im Zug, sonst habt Ihr 'nen Schock, wenn Ihr hier ankommt“, wurde ich eben schon per SMS gewarnt. Aber... ich darf doch gar keinen Alkohol... und die Kamelle kann ich natürlich auch nicht essen. Da haben die Meisten nicht einmal mehr mitleidige Blicke für mich übrig, sondern lachen nur noch schallend. Zum Glück auch Frau Kabel. „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen“, sagt mein Metabolic-Balance-Coach am Telefon und gibt mir quasi einen Freifahrtschein. Naja, nicht wirklich. „Achten Sie halt auf die Grundlagen. 5 Stunden zwischen den Mahlzeiten, jede Mahlzeit mit Eiweiß beginnen, viel Wasser trinken...“ Das klingt doch alles machbar. „Und hören Sie vor allem darauf, was Ihr Körper Ihnen sagt und wie Sie sich fühlen.“ Zu viel Zucker und Weißmehl will ich schon von mir aus nicht essen. Aber nicht auf Gemüsearten achten zu müssen, ist deutlich hilfreich, wenn ich im pinken Cowboyhut mit tausend andern Jäcken durch die Kölner Innenstadt wusele. Also, Alaaf und so! Dann zeig mal was Du kannst, Kölle!

Cake Pops

Mein Beitrag zum Buffet: Mit meinen kleinen Cousinen verwüstete ich meine Küche... äh... buk ich Cake Pops.

Tag 29 – Müüüüüüüüde

Was ist denn nun los? Bin gestern extra vor Mitternacht ins Bett gegangen und heute trotzdem kaum ansprechbar. Die Augenlider sind schwer, die Gedanken langsam und das wunder-wunder-schöne, lang-ersehnte Sonnenlicht sorgt für Kopfschmerzen. Gestern hatte ich damit gerechnet, denn am Samstag habe ich den 88. Geburtstag meiner Oma zur Schlemmermalzeit auserkoren und mich quer durch massenhaft selbstgebackene Kuchen gemampft. Am Sonntag wartete ich dann den ganzen Tag auf mein Energie-Tief. So viel Zucker, Weißmehl und Buttercreme kann meinen jetzt entgifteten Körper ja nur umhauen. Erstaunlicherweise kam aber nix. Stattdessen habe ich frohen Mutes meine Kontoauszüge abgeheftet und mich tatsächlich endlich an meine Steuererklärung für 2012 gesetzt. Heute ist dafür umso weniger mit mir anzufangen. Ob mein Körper 36 Stunden gebraucht hat, um in Schockstarre zu verfallen? Oder bin ich einfach nur mal grundlos müde?

Ansonsten war das Kuchengelage nicht so erschütternd wie erwartet. Ich hätte gedacht, dass meine Zunge sich inzwischen bei Berührung mit Zucker vor Schreck einkräuselt, dem war aber nicht so. Die Kuchen waren tatsächlich immer noch lecker. Zwar ist Nougat jetzt doch etwas zu viel des Guten und auch Zuckerguss ist eher störend als hilfreich, aber den Apfelkuchen meiner Tante konnte ich ohne mit der Wimper zu zucken genießen. Mein persönliches Highlight waren die Kelten-Kringel meiner Cousine, aus Vollkorn-Dinkel-Mehl und mit Honig zubereitet. Da scheint sich die Umgewöhnung doch bemerkbar zu machen...

Tag 24 - Was ich jetzt mal loswerden muss...

Also gestern ist mir fast die Hutschnur geplatzt. Man wird als Ernährungsumsteller oft behandelt, als hätte man eine wenn nicht tödliche, dann zumindest sehr schmerzhafte Krankheit. Konkretes Beispiel: Ich hab mir gestern den Magen verdorben – ich vermute an der Papaya, die ich in meinen Frühstücks-Joghurt geschnippelt hatte. Nach einmal übergeben und ein paar Stunden Schlaf war aber alles wieder in Ordnung und mein Magen verhält sich jetzt gewohnt kooperativ. Also keine gesteigerte Dramatik. Das Aufreibende daran war dann auch nicht das Unwohlsein, sondern die Kommentare von Kollegen und besorgten Verwandten. „Wie lange willst Du diese Ernährungs-Geschichte denn noch machen? So kann das doch nicht weitergehen.“ Auf das Argument, dass ich mich körperlich fitter fühle und auch generell nicht mit Magenbeschwerden zu kämpfen habe, dass also vermutlich ein fehlgekauftes Obst Schuld an meiner Misere ist, wollte sich keiner Einlassen. „Du isst ja auch nichts“, schilt mein Papa am Telefon. Nicht wahr! Ich esse mich inzwischen wieder satt und verzichte auch nicht kategorisch auf Kohlenhydrate, Fett oder Eiweiß, sondern achte extra darauf, aus allen Lebensmittelgruppen einen ausgewogenen Teil zu mir zu nehmen. Das Phänomen, dass andere meinen, man würde sich die ganze Zeit Essen versagen, kenne ich schon zur Genüge. Denn auch als Vegetarier erntet man immer mitleidige Blicke, wenn man die Grillwurst oder das blutige Steak dankend ablehnt. Liebe Freunde, ihr müsst Euch nicht dafür entschuldigen, wenn Ihr in meiner Gegenwart genüsslich an einem Schaschlik-Spieß knabbert! Hätte ich damit ein Problem, würde ich mich dem nicht aussetzen. Und genauso müsst Ihr nicht auf Schokolade verzichte, weil ich das tue. Und ganz bestimmt müsst Ihr nicht besorgt sein, dass ich bei der Ernährung nicht auf meine Kosten komme. Ja, ich sage viel „Nein“. Aber das liegt daran, dass ich im Moment Weißmehl, Zucker und Kuhmilchprodukte ausschließe und wenigstens einer dieser Bestandteile in fast allem drin ist, was man so langläufig als normale Ernährung bezeichnet. Pasta und Brot ist großteils raus, genauso alles käseüberbackene und wenn man mal nachschaut, wie vielen Lebensmitteln raffinierter Zucker beigefügt ist, kippt man vom Stuhl. Aber ich esse Roggen-Vollkorn-Brot sowie Ziegen- und Fetakäse, ich trinke Sojamilch und brate mit Öl. Ich muss halt viel selbst kochen und das ist auch anstrengend, da mache ich ja keinen Hehl draus. Aber der nächste, der mich auf einer Geburtstagsparty bedröppelt anschaut und verstohlen ein Stück von meinem selbstgebackenen Kuchen anbeißt, um dann zu kommentieren „Ich sag jetzt mal lieber nicht, dass er lecker schmeckt oder? Wär ja gemein“, der muss zur Strafe die gesamte Torte zwangsinhalieren.

Tag 22 - Vorsicht, vorsicht

Ich muss sagen, die gelockerte Phase ist ganz entspannt. Man darf peu à peu seine Portionen steigern, mal Wildreis oder Vollkornnudeln hinzufügen, mit anderen Gemüsearten experimentieren und sogar das ein oder andere Stück Schokolade (mit 70 Prozent Kakao-Anteil) ist erlaubt. Sozialleben-kompatibel ist das ganze immer noch nicht so ganz (vor allem, wenn man aufgrund der 5-Stunden-Regel nicht um halb eins mit zum Mittag kann), aber ich habe nicht mehr ständig Hunger und fühle mich auch nach dem Essen befriedigter. Ich gestehe aber, dass mit dem laxeren Plan auch die Verlockung größer wird. Wenn man ganz genau gesagt bekommt, wie viel Gramm Salat man zum Mittag essen darf und Zucker einfach kategorisch verboten ist, dann ist das Dranhalten irgendwie einfacher. Jetzt ertappe ich mich schon dabei, dass ich deutlich mehr esse als in der strengen Phase. Die Versuchung ist groß, an der Salatbar nicht zum Feldsalat sondern zur dampfenden Gemüse-Ratatouille zu greifen, egal was drin ist. Und an das Stück Schokolade am Abend (oder auch zwei) habe ich mich auch fix wieder gewöhnt. Klar, ich esse noch deutlich bewusster als früher. Vor allem weniger Kohlenhydrate und Zucker. Aber ich merke schon, dass ich aufpassen muss, nicht gleich wieder in alte Muster zu fallen. Wenn man halt „auch mal“ ein Stück Schokolade darf, dann kostet es doch deutlich mehr Überwindung, trotzdem nein zu sagen.

Tee mit Mango

Endlich darf ich abends wieder Tee trinken! Das Leben kann so schön sein.

Tag 17 - Tä-tärä-Tee!

Ich hab's geschafft. Die strenge Phase ist vorbei. Das bedeutet, dass ein paar mehr Lebensmittel auf meinem Plan stehen. Und zwar darf ich jetzt auch grüne Bohnen, gelbe Paprika, Pampelmuse, Wassermelone (woher soll ich mir die denn einfliegen lassen?) und Radicchio-Salat. Ich muss sagen, ein bisschen mehr hatte ich mir da schon erhofft. Aber gut, im Laufe der nächsten Wochen soll ich mich nach und nach wieder an "normale" Ernährung herantasten - meine Portionen erhöhen, mal Wildreis und Vollkornnudeln probieren und auch das ein oder andere "verbotene" Gemüse testen, um zu sehen wie mein Körper darauf reagiert. Aber jetzt das highlight: Ich darf wieder Tee trinken!! Habe mir abends erstmal eine Kanne Pfefferminztee aufgegossen und ihn zu meiner Nachtisch-Mango getrunken. Also ein Schneekönig war nix gegen mich.

Tag 12 - Holla die Waldfee, ich habe abgenommen

So, ich wurde also gestern gewogen und habe in den eineinhalb Wochen 3 Kilo und 6cm Bauchumfang verloren. Bin fast von der Waage gefallen, als Frau Kabel mir das Ergebnis verkündet hat. Damit habe ich eigentlich schon mein Ziel voll erreicht und bin noch nicht mal durch die strenge Phase durch. Das tolle daran: um nicht weiter so schnell abzunehmen, soll ich schon jetzt wieder Öl essen (nicht erst zum Übergang in die gelockerte Phase nächste Woche). Und das heißt – Jubel Jubel – ich kann wieder alles anbraten. Einen Esslöffel Öl kann ich pro Mahlzeit zum Kochen verwenden. Mein leben ist wieder schön. Gleich heute gab es mit Chili und französischen Kräutern geröstete Shiitake-Pilze (als Eiweiß-Portion) auf Feldsalat und Avocado (siehe rechts), perfektioniert mit einem Löffel Balsamico-Essig. Dazu esse ich noch eine halbe Scheibe Roggenbrot.

Fazit des ersten Wiegens: Gewichtsverlust ist durch diese Ernährung quasi garantiert. Trotzdem fühle ich mich heute überhaupt nicht mehr energiegeladen. Das würde ich aber erstmal auf den Wetterumschwung schieben. Wehe, wehe, Februar, warum bist Du auf einmal wieder grau und trist?

Tag 11 – Ich bin ein Turnschuh

Zumindest fühle ich mich seit zwei Tagen sprichwörtlich fit wie einer. Wache morgens schon vor meinem Wecker auf und bin den ganzen Tag über hibbelig. Für die Wiederaktivierung meiner Yoga-Matte hat’s zwar noch nicht gereicht, aber als ich gestern um 23 Uhr nach Hause gekommen bin, habe ich in wildem Aktionismus noch meine Wäsche abgehängt und meinen Balkon gefegt. Ob das tatsächlich schon an der neuen Ernährung liegt? Oder, wie meine Oma mir am Telefon vorgelesen hat, daran, dass der Mars mir zu Jahresanfang ganz viel Energie schenkt? Ich werde weiter berichten.

Heute Abend schlägt mir erst einmal die Stunde der Wahrheit. Ich habe meinen nächsten Termin mit Frau Kabel, wo wir meinen Übergang in die „gelockerte Phase“ nächste Woche besprechen, und ich das erste Mal seit Beginn der Umstellung gewogen werde (ich habe aus Prinzip keine Waage im Haus). Ich bin gespannt. Ich habe schon das Gefühl, dass ich ein bisschen abgenommen habe. Auf der anderen Seite spielt meine Verdauung im Moment verrückt und ich habe, je nach Tagesform, auch mal Blähungen, wodurch ich mich deutlich unschlank fühle. Aber ich sag’s mal so: Sollte ich nicht weniger wiegen (wenigstens ein bisschen), hör ich sofort auf! Dann kann ich ja auch wieder Käsespätzle und Mascarponecrème essen.

Tag 9 – Ich habe gesündigt :(

Ja, ich gebe es zu, ich bin schwach geworden. Ein lieber Kollege ist nach einem Monat Abwesenheit endlich wieder im Büro und hat zum Mittagessen eingeladen. Da konnte ich einfach nicht Nein sagen. Ich habe trotzdem versucht, mich so gut wie möglich an meinen Plan zu halten und das Essen zwar nicht abgewogen, aber nach Augenmaß stopp gesagt. Und natürlich habe ich auf die Lebensmittelgruppen geachtet. Es gab Kichererbsen (Eiweiß) und geraspelte Karotten (Gemüse). Die eigentliche Sünde daran: Beides ist in Zitronen-Dressing eingelegt, wo natürlich Öl mit dran ist. Liebe Frau Kabel, es tut mir leid. Und dann der Schock: An den Karotten ist Zucker! Und zwar so viel, dass ich die kleine Portion trotz Hunger fast nicht aufessen konnte. Haben sich meine Geschmacksnerven etwa in der einen Woche schon so entwöhnt, dass mir die Prise Zucker im Möhrensalat zu viel ist?

Sowieso bin ich überrascht, dass es mir mit dem Verzicht auf Zucker nicht schlechter geht. Ich hätte gedacht, dass ich wie ein Junkie Schokoladen-Entzugs-Schüttelfrost bekomme, aber bisher geht’s. Viel schwieriger finde ich das mit dem Öl. Denn, und das war mir vorher nicht so bewusst, ich brate einfach alles! Jedes Gemüse, auch meine Tomatensauce, wird erst mal in die Pfanne gehauen. Ich finde einfach, es geht nichts über Röstaromen. Da meine Pfannen gut beschichtet sind, brate ich jetzt einfach mein Gemüse ohne Öl an, aber die wahre Freude ist das nicht. Zum Glück gilt dieser Öl-Verzicht nur in der strengen Phase. Noch eine Woche, dann wird wieder nach Herzenslust gebrutzelt.

Tag 7 - Schon wieder Kürbis?

Verstehen Sie mich nicht falsch - ich liebe Kürbis! Er ist lecker, vielseitig und macht satt. Doch eine Tatsache habe ich beim Kauf des Hokkaidos nicht bedacht: Er wiegt viel. Bei nur 130 Gramm "Gemüse" pro Abendessen mümmelt man an so einem Kürbis eine ganze Weile. Allzumal, wenn man ihn vielleicht noch mit anderem Gemüse kombinieren will. Ich habe jetzt Kürbisspalten im Ofen gebacken, ein Kürbis-Curry mit Linsen gekocht, Kürbissuppe mit Tofu geschmiedet und trotzdem ist noch fast ein halber Kürbis übrig. Also vielfältig ist meine Ernährung (trotz theoretisch größerer Auswahl) leider noch nicht. Ab jetzt wird nur noch leichtes Gemüse in kleinen Mengen gekauft!

Tag 5 - Good Morning!

Ich schreibe diesen Eintrag noch ganz beseelt von meinem Frühstück, denn es gab Latte Macchiato! 170 ml Sojamilch standen für heute Morgen auf meinem Ernährungsplan. Die habe ich mir aufgeteilt und die Hälfte geschäumt. Leute, die nicht solche Kaffee-Memmen sind wie ich, kommen häufiger in den Genuss, denn zum Essen darf man eine Tasse Espresso oder (noch schlimmer) schwarzen Filterkaffee trinken. Das ist bei mir leider nicht drin. Wenn es schon keinen Zucker gibt, brauche ich wenigstens Milch. Umso schöner war dann aber mein Morgen. Ich bin extra 15 Minuten früher aufgestanden, um das Käffchen ganz in Ruhe genießen zu können. Und auch mein Frühstück war ein echtes Highlight. Porridge mit Mango gab's, den ich mir mit Lieblingsgewürz Zimt veredelt hab. Ganz nostalgisch wurde ich da, als ich an winterliche Schulmorgende erinnert wurde, an denen meine Mutter, noch im Pyjama, in der Küche stand und mir zum Aufwärmen Haferschleim anrührte. Könnt' ich mich dran gewöhnen.

Tag 4 - Das Sozialleben leidet

Ein bisschen komisch komme ich mir schon vor, wenn ich mittags meine Küchenwaage aus der Tasche krame und anfange, meinen Salat abzuwiegen. Dann bekomme ich auch mitleidige Blicke von meinen Kollegen zugeworfen. Lecker sehen die fertigen Gerichte dann aber schon aus, das geben sie zu. Nur in netter Runde zum Italiener an der Ecke - das geht nicht mehr. Zum Glück erbarmt sich immer wieder jemand, mit mir im Büro zu lunchen. Auch abends verabreden wird zum Hindernisparcour. "Ja, gerne. Aber nicht vor acht. Ich muss noch kochen." Und "Die Bar Rossi klingt super, aber ich kann dann nur Wasser trinken." Auch der Ostfriesentee mit Milch, den ich bei meiner besten Freundin immer bekomme, muss ausfallen. Aber es gibt auch Lichtblicke. Meine Dienstags-Kochgruppe verkündet gleich: "Kein Problem. Schick uns Deine Gemüseliste." Nur abwiegen muss ich dann noch selber. Und außerdem dauert meine ganz strenge Phase auch nur zwei Wochen. Das hält man durch!

Tag 3 - Ich muss mal...

Noch etwas, woran ich arbeiten muss: Trinken! Ich trinke zu wenig, das weiß ich auch. Aber die 2,2 Liter Wasser, die mein Ernährungsplan mir jetzt täglich vorschreibt, sind schon eine echte Herausforderung. Helfen kann dabei die Metabolic Balance Daily App. Die erklärt noch einmal die Metabolic Balance Grundregeln, berechnet die 5-Stunden-Abstände, die man zwischen den Malzeiten einhalten muss, und lässt einen sein getrunkenes Wasser tracken. Ein nettes Gimmick, aber nervig ist das neuerdings ständige Zum-Klo-Gerenne trotzdem.

Tag 1 - Ich habe Hunger! Oder?

Eine Scheibe Brot zum Frühstück, Gemüsesuppe zum Mittag - da hängt einem kurz vorm Abendessen der Magen ganz schön durch. Aber, seien wir mal ehrlich, liegt das wirklich am Ernährungsplan? Ich glaube nicht. Auch sonst habe ich oft Hunger. Vor allem mittags, weil ich gerne mal das Frühstück weglasse. Und eigentlich war die Gemüsesuppe auch sehr lecker. Bis zu 500 Gramm Einlage darf man in den zwei Tagen Vorbereitungsphase zum Mittag essen, das ist mehr als gedacht. Das Problem ist weniger, dass ich die Gemüsesuppe nicht essen möchte, oder dass sie mir nicht reichen würde. Das Problem ist, dass man den ganzen Tag darüber nachdenkt, was man alles nicht essen darf. Den leckeren Nudelauflauf von der Kollegin zum Beispiel. Und den Kuchen, den die lieben Nachbarn aus der Für Sie Redaktion vorbeigebracht haben. Was mir hilft: Mich daran zu erinnern, dass ich eigentlich gerne Gemüsesuppe esse (ist auch genau das Richtige, bei diesen Temperaturen) und mich zu freuen, dass ich endlich mal wieder gezwungen war, mir eine zu kochen. Außerdem sind die zwei Tage schnell rum und für die strenge Phase habe ich ein leckeres vegetarisches Kochbuch mit Rezepten, auf die ich mich schon sehr freue.

Der Ernährungsplan

Am gefühlt kältesten Tag des Winters kämpfe ich mich durch den dunklen Abend, um meinen Ernährungsplan abzuholen. Ich bin gespannt: Welches Gemüse soll meine Verdauung ankurbeln? Dann ein neues größtes Problem mit dem Programm (die Nadel war gar nicht so schlimm): Schluss mit Latte Macchiato! Zumindest zu Beginn muss ich auf Kuhmilchprodukte verzichten. Kaffee darf ich nur ungesüßt und schwarz trinken. Bäh! Dann lieber gar nicht. Aber es gibt auch Erfreuliches: Ganz oben auf meinem Speiseplan stehen zum Beispiel Mango und Avocado. Na, so schlimm klingt das alles doch gar nicht. Und darauf kann ich mich die nächsten Wochen freuen: Zwei Tage lang wird der Darm entleert (mit dabei auch Freund Passagesalz mit Zitrusnote). Tipp von der Expertin: An einem Wochenende anfangen, damit man es zur heimischen Toilette nicht weit hat. Anschließend gehe ich zwei Wochen in die "strenge Phase". Mein neuer bester Freund wird dann die Küchenwaage, denn die 25 Gramm Mandel-Beilage zum Frühstück und die Linsen zum Mittag müssen ganz genau abgewogen werden. Ich darf jetzt zwar gewisse fett- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel essen, auf Öl muss ich aber noch verzichten. In der zweiten Woche habe ich dann einen neuen Termin mit Frau Kabel, um die danach anstehende "gelockerte Phase" zu besprechen. Dann auch wieder mit Öl.

Blutabnahme für Metabolic Balance

Der Bluttest entscheidet darüber, was ich die nächsten Wochen essen darf.

Die Vorbereitung

Los geht's mit einem sehr netten und persönlichen Beratungsgespräch bei meinem Ernährungs-Coach Frau Kabel. Sie erklärt mir die wichtigsten Regeln von Metabolic Balance (wie z.B. die 5 Stunden Wartezeit zwischen den Malzeiten) und den Ablauf des Programms. Dann fragt sie nach meiner Motivation. Eigentlich ist das Metabolic Balance Programm für Menschen gedacht, die am metabolischen Syndrom leiden (Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Diabetes-Gefahr). Durch die strengen Regeln soll der Stoffwechsel ausbalanciert werden. Das Versprechen: Heißhungerattacken Adé. Der Körper lernt wieder, was er braucht und wieviel. Mit der Zeit kann man dann auf Hunger und Appetit hören, ohne dadurch zuzunehmen. Außerdem wird durch die richtige Ernährung der Hormonhaushalt reguliert und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert. Und darum geht es mir eigentlich. Viel abnehmen will ich überhaupt nicht - aber morgens mal wieder schwungvoll aus den Federn kommen, abends noch Energie übrig haben und die in die Zimmerecke verbannte Yoga-Matte hervorkramen, das wär doch schön. Hierfür muss ich mir zuerst Blut abnehmen lassen (mein größtes Problem mit dem Programm - ich hasse Nadeln!). Die Ergebnisse werden dann an Metabolic Balance geschickt, wo mir ein personalisierter Ernährungsplan zusammengestellt wird, der auf die Stoffwechselbedürfnisse meines Körpers zugeschnitten ist. In ein paar Tagen habe ich dann ein neues Gespräch mit Frau Kabel, in dem sie mir erzählen wird, wie ich mich in den nächsten Monaten ernähren werde.