Interview „Man kann aufhellen, aber nicht radieren“

Linda Blahr, wissenschaftliche Leiterin der Doc Brand Skinceuticals, über Kosmetik gegen Pigmentflecken.

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PETRA: Was können Cremes gegen Pigmentflecken tun?

Dreierlei – man kann das Enzym Tyrosinase regulieren, das bei Hyperpigmentierungen meistens zu aktiv ist. Dafür nutzen wir den biotechnologischen Extrakt der Koji-Säure. Und man kann bewirken, dass das Melanin nicht zu weit an die Oberfläche getragen wird. Dafür setzen wir Emblica aus der indischen Stachelbeere ein. Natürlich müssen auch bereits sichtbare Pigmentflecken gemildert werden, das gelingt mit einem hautfreundlichen Peelingkomplex.

Kann die Haut durch solche kosmetischen Mittel auch gebleicht werden?

Nein. Unsere Koji-Säure zum Beispiel reguliert Melanozyten, aber zerstört sie nicht. Man kann aufhellen, aber nicht radieren. Das geht nicht einmal, wenn man zusätzlich mit Peeling und Laser beim Hautarzt arbeitet.

Es gibt den anerkannten US-Wirkstoff Hydrochinon – allerdings gilt er als mittlerweile umstritten. Warum?

Er zerstört die Zellen, in denen die Pigmente gebildet werden. Das ist gefährlich, schließlich ist Bräunung ein Schutzmechanismus. Außerdem steht er im Ruf, kanzerogen zu sein, also Krebs zu begünstigen. Deshalb sucht man auch in den USA nach einer Alternative.