Reise, Zürich, Wien
Urlaub in Zürich oder Wien?

Im Welt-Rranking der „Städte mit Lebensqualität“ lag Zürich lange auf Platz 1. Seit 2009 führt Wien die Liste an. Beide gelten als Trend-Spots mit Wohlfühl-Faktor und haben auch unter PETRA-Redakteurinnen treue Fans: Katja Kullmann ist Stammgast an der Limmat, Iris Soltau an der Donau. Ihr liebevoller Metropolen-Vergleich endet unentschieden: Besuchen Sie beide!
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KATJA STEHT AUF ZÜRICH...

Mein ein Herz schlägt für Zürich, seit ich dort einen Sommer lang als Korrespondentin für eine Nachrichten-Agentur gearbeitet habe. VieleMalewarich seitdem wieder dort, habe CervelatwurstvomGrillgenaschtunddieFüßeindenSeegetaucht. Wahre Schätze fand ich in denTrödelläden, diemanhier „Brockenhäuser“ nennt – rare Schallplatten etwa und einen Gürtel mit magischen Kräften. SeltsameDingegeschehenanderLimmat:EinmalwarichaneinemKnallerbsen- Attentat auf die Börse beteiligt.Undich lernte einenHundnamens „Lotta“ kennen, bis heute schreiben wir uns E-Mails. Beinahe wäre ich sogar dorthin ausgewandert, habe dann aber doch gekniffen.ZumWohnen ist mir Zürich zu klein – für sensationell schräge Kurzbesuche aber ideal.

... UND IRIS LIEBT WIEN

Anfangs hatte ich ein Problem mit Wien. Oder zumindest mit den 740 Kilometern Luftlinie, die mich plötzlich von meiner Schwester trennten. Sie zog für die Liebe an die Donau, und für jedes Glas Wein mit ihr musste ich nun ins Flugzeug steigen. Doch die Stadt hat mich so warm empfangen, dass ich ihr nicht böse sein konnte. In den letzten Jahren war ich 14 Mal da, habe im Sommer in der Donau gebadet, saß im Winter stundenlang im Kaffeehaus. Ich weiß, wo es das beste Schnitzel gibt und dass die Wiener „leiwand“ sagen, wenn sie etwas großartig finden. Nach außen hin bin ich Hamburgerin – aber, unter uns: Mein Herz schlägt im Dreivierteltakt.

1. Pflichtprogramm

Katja sagt:

Zürich hat natürlich eine berühmte Kirche: das doppeltürmige Großmünster am Ufer der Limmat – das gerade neue, hochmoderne Fenster erhält, gestaltet vom deutschen Künstler SigmarPolke.Eröffnungistam18.Oktober (www.grossmuenster.ch). So lange müssen Sie aber nicht warten, und überhaupt: Schöner als in einem dunklen Sakralbau ist es eh im Freien – vorallem,wennmanineiner knallroten Zahnradbahn fahren kann wie einst im Märchen-Wunderland! Die Polybahn, Einheimische nennen sie „Studenten- Express“, bringt Sie zur Panorama-Plattform der Universität (www.vbz.ch). Von dort genießen Sie einen wunderbaren Blick auf Kirche, Fluss und Altstadt. Die Fahrt dauert nicht einmal drei Minuten und kostet Sie nur ein Tram-Ticket (ab umgerechnet 1,65 €) – das „Berg-Feeling light“ bekommen Sie gratis dazu. Schöngeister sind die Zürcher, vor allem in Sachen Design und Architektur. Am Zürichhorn, einer grünen Landspitze am Ost-Ufer des Sees, können Sie von außen das bunte Le-Corbusier-Haus bewundern – und drinnen eine Sammlung grafischer Werke (www.centrele corbusier.com). Im Hintergrund als reale Foto-Tapete: die schneebedeckten Gipfel der Glarner Alpen. Und wenn Sie stilvoll baden wollen, dann tauchen Sie für wenig Geld am Letzigraben unter: Der wohl berühmteste Schweizer Autor und Architekt Max Frisch hat die Anlage gestaltet, die 2007 saniert wurde und unter Denkmalschutz steht (www.badi-info.ch/letzi.html).


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© Katja Kullmann, Iris Soltau
Quelle: Petra, Ausgabe 09/2009